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Fünf Dynamiken, die sich auf die Märkte und Ihr Portfolio auswirken

16.05.2023

Eine rekordverdächtige Rückgang der Inflation, der Streit um die Schuldenobergrenze und mehr.

Marktupdate

Turbulenzen
 

Letzte Woche gab es sowohl schlechte als auch gute Nachrichten; Aktien und Anleihen spiegelten die Turbulenzen wider.

Einerseits bleiben Fragen über die Zukunft der US-Regionalbanken bestehen und die Frustration über die Schuldengrenze dauert an. Andererseits sind die Unternehmensgewinne insgesamt deutlich besser ausgefallen als befürchtet, die Inflation klingt offenbar deutlich ab und das Ende des globalen Straffungszyklus der Zentralbanken scheint in Sicht.

Um das Ganze aufzuschlüsseln, stellen wir heute fünf Dynamiken vor, die die Märkte bewegen – und was das bedeutet.

1. Die Gesamtinflation in den USA hat sich zehn Monate in Folge verlangsamt – das erste Mal seit über 100 Jahren.

Die Anzeichen für eine Abkühlung der Inflation häufen sich. Die Daten zur US-Verbraucherpreisinflation (VPI) entsprachen letzte Woche genau den Schätzungen – sowohl die Gesamt- als auch die Kernpreise (ohne Lebensmittel und Energie) stiegen im April um 0,4 % gegenüber dem Vormonat. Damit ergab sich im Jahresvergleich eine Gesamtinflation von 4,9 % und eine Kerninflation von 5,5 % – immer noch deutlich über dem, was die Währungshüter für wünschenswert halten, aber ein großer Fortschritt gegenüber den Höchstständen von 9,1 % und 6,6 %.

Erwähnenswert ist auch, dass noch vor sechs Monaten fast 80 % der Güter und Dienstleistungen in den Preiskörben der Verbraucher eine bedrohlich rasche Teuerung oberhalb von 6 % verzeichneten. Inzwischen ist dieser Anteil auf etwa 40 % gesunken, während der Prozentsatz der Komponenten mit einer Inflationsrate von unter 3 % weiter zunimmt.

Das Diagramm beschreibt den prozentualen Anteil der VPI-Positionen in den USA, die in die jährlichen Wachstumsbereiche von unter 3 %, 3 bis 6 % und über 6 % fallen. Für den Bereich von unter 3 % lag der erste Datenpunkt im Januar 2019 bei 78,3 %. Dann ging er zurück, bis er im Februar 2022 einen Tiefpunkt von 8,7 % erreichte. Dann nahm er wieder zu und erreichte mit dem jüngsten Datenpunkt von 39,1 % im April 2023 einen Spitzenwert. Für den Bereich von 3 bis 6 % lag der erste Datenpunkt im Januar 2019 bei 21,7 %. Dann stieg er an, bis er im November 2021 einen Höhepunkt von 47,8 % erreichte. Dann sank er langsam auf den jüngsten Datenpunkt von 17,4 % im April 2023. Für den Bereich von über 6 % lag der erste Datenpunkt im Januar 2019 bei 0 %. Dann stieg er deutlich an und stabilisierte sich im August 2022 bei 78,3 %. Dann fiel er bis auf den jüngsten Datenpunkt von 43,5 % im April 2023.

Darüber hinaus liegt der Leitzins der US-Notenbank (Fed) mit 5,00–5,25 % nun offiziell über der Inflation – ein weiteres Zeichen dafür, dass diese Geldpolitik restriktiv ist. All das (rückläufige Inflation, knappe Kreditbedingungen und nachlassendes Wachstum) sollte der Fed die nötigen Argumente liefern, um auf ihrer Sitzung am 14. Juni eine Zinspause einzulegen. Jedoch ist ein Monat heutzutage an den Märkten eine lange Zeit – und die Zentralbanker werden vor der Sitzung noch einen weiteren Beschäftigungsbericht und neue VPI-Daten erhalten.

2. Angesichts des Streits um die Schuldenobergrenze preisen die Märkte in den USA ein höheres Kreditrisiko ein als in manchen Schwellenländern.

Den politischen Entscheidern läuft die Zeit davon, um eine Einigung auszuhandeln. US-Finanzministerin Yellen hat angedeutet, dass das X-Datum (das Datum eines möglichen Zahlungsausfalls) bereits auf den 1. Juni fallen könnte. Da ein parteiübergreifender Kompromiss immer noch außer Reichweite ist, sind die Kosten für Credit Default Swaps (eine Absicherung gegen die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls der Regierung) auf Rekordhochs gestiegen. Mittlerweile sind sie mit den Schwellenländern und sogar Ländern mit Junk-Rating vergleichbar. Auch die Renditen von US-Staatsanleihen, die um das X-Datum herum fällig werden, sind im Vergleich zu Titeln, die nur wenige Wochen früher oder später datiert sind, stark gestiegen.


Das Diagramm beschreibt das US-Kreditrisiko im Vergleich zu den Schwellenländern anhand 1-jähriger Credit Default Swaps (CDS) in Basispunkten. Für die USA lag der erste Datenpunkt bei 16 im Mai 2022. Dann tendierte die Linie nach oben, bis sie mit dem jüngsten Datenpunkt von 74 im Mai 2023 einen Spitzenwert erreichte. Für Brasilien lag der erste Datenpunkt bei 83,7 im Mai 2022. Dann stieg die Linie auf 139,2 im Juli 2022. Später sank sie auf einen Tiefpunkt von 81,9 am 12. September 2022. Dann stieg sie wieder an und erreichte einen Höhepunkt von 130,4 am 30. September 2022. Dann tendierte sie nach unten bis zum jünsten Datenpunkt von 55,9 im Mai 2023. Für Griechenland lag der erste Datenpunkt bei 31,5 im April 2022. Dann stieg die Linie und erreichte ein Hoch von 69,5 im September 2022. Dann sank sie auf den jüngsten Datenpunkt von 42,7 im Mai 2023. Für Mexiko lag der erste Datenpunkt bei 51,9 im Mai 2022. Dann schwankte die Linie und stieg auf 91,6 im Juli 2022. Anschließend fiel sie auf ein Tief von 52 im August 2022. Dann stieg sie wieder auf ein Hoch von 96,9 im September 2022. Die Serie endete niedriger mit dem jüngsten Datenpunkt von 31,6 im Mai 2023.

Da viel auf dem Spiel steht, glauben wir weiterhin, dass der US-Kongress eine Lösung finden wird – höchstwahrscheinlich durch die Aussetzung der Obergrenze bis zum Herbst, wenn auch die Haushaltsverhandlungen beginnen. Dennoch bleibt die Überschreitung des X-Datums ein Risiko, und selbst ein Szenario, in dem die US-Regierung ihre Zinszahlungen aufrechterhält (alle anderen Ermessensausgaben jedoch einstellt), um einen Zahlungsausfall technisch zu vermeiden, hätte immer noch negative Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Markt. Um dies und die Möglichkeiten zur Bewältigung der Turbulenzen näher zu erläutern, veranstalten wir morgen, am 16. Mai, um 16:00 Uhr (BST) eine Telefonkonferenz mit unseren Experten – Sie können sich hier anmelden.

3. Trotz all der Ungewissheit rückt der Kummer von 2022 in den Hintergrund – Aktien liegen über die letzten zwölf Monate jetzt im Plus.

US-amerikanische und europäische Aktien notieren gegenüber dem Vorjahr im grünen Bereich und selbst chinesische Aktien sind wieder auf dem gleichen Niveau.

Bis April verzeichnete der S&P 500 zwölf Monate in Folge einen negativen Jahresertrag – das war seit 1950 nur acht weitere Male der Fall.

Auch wenn es nie eine Garantie für zukünftige Erträge gibt (und wir in den kommenden Monaten mit Volatilität rechnen), ist das historisch gesehen ein gutes Zeichen für die weitere Entwicklung von Aktien. In jedem dieser acht weiteren Fälle notierte der S&P 500 ein Jahr später um durchschnittlich 18 % höher.

Das Diagramm beschreibt den Gesamtertrag der letzten zwölf Monate (Lokalwährung) für Aktien aus Europa, den USA und China. Für europäische Aktien lag der erste Datenpunkt bei 0 % am 22. Mai 2022. Er schwankte auf- und abwärts, bis zu einem Hoch von 12,8 % am 3. Mai 2023. Dann fiel er auf den jüngsten Datenpunkt von 11,0 % am 11. Mai 2023. Für US-Aktien lag der erste Datenpunkt bei 0 % am 22. Mai 2022. Er stieg zunächst an und erreichte ein Niveau von 5,9 % am 7. Juni 2022. Dann sank er auf -6,6 % am 16. Juni 2022. Dann stieg er an und erreichte einen Höhepunkt von 9,9 % im August 2022. Danach sank er wieder, bis auf einen Tiefpunkt von -8,2 % im September 2022. Dann stieg er an und schwankte bis zum jüngsten Datenpunkt von 4,6 % im Mai 2023. Für chinesische Aktien lag der erste Datenpunkt bei 0 % am 22. Mai 2022. Dann stieg er an und erreichte einen Höhepunkt von 19,8 % im Juni 2022. Dann sank er deutlich und erreichte einen Tiefpunkt von -24,3 % im November 2022. Danach stieg er bis auf einen erneuten Höhepunkt von 20,7 % im Februar 2023. Dann ging er zurück und stabilisierte sich bis zum jüngsten Datenpunkt von -0,0 % im Mai 2023.

All dies entspricht unserer Ansicht, dass Aktien zukunftsorientierte Maschinen sind, die letztes Jahr in Erwartung eines schwächeren Wachstums abverkauft wurden und die Voraussetzungen für stärkere Märkte in diesem Jahr schufen.

4. Nennen wir es ein Comeback – die Gewinnerwartungen steigen wieder.

Dürfen wir noch einmal darauf hinweisen, dass diese Gewinnsaison bislang beeindruckend war? Die Unternehmen im S&P 500 werden das erste Quartal voraussichtlich mit einem Gewinnrückgang von -2,5 % abschließen, während die Schätzungen zu Beginn des Quartals von über -7 % ausgingen. Sofern die restliche Berichtssaison mithalten kann (nur etwa 8 % der Unternehmen stehen noch aus), wäre dies die größte Trendwende, die wir seit der Corona-Zeit erlebt haben.

Noch beeindruckender: Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass das mittlere S&P-500-Unternehmen seine Gewinne tatsächlich um über 1 % gesteigert hat. Und nach über sechs Monaten der Anpassung an einen schwächeren Ausblick haben die Erwartungen an die künftigen Gewinne einen Wendepunkt erreicht und steigen wieder.

Das Diagramm beschreibt die Gewinnerwartungen in den USA und Europa (indexiert auf 100 im Mai 2021) anhand der Gewinnerwartungen je Aktie für den S&P 500 bzw. Stoxx Europe 600 in den nächsten zwölf Monaten. Die Linie für die USA tendierte zunächst höher, bis sie im Juni 2022 einen Höhepunkt von 122,6 erreichte. Dann fiel sie bis auf einen Tiefpunkt von 115,8 im Februar 2023. Sie endete etwas höher bei 117,4 im Mai 2023. Die Linie für Europa stieg im Laufe der Serie zum großen Teil stetig an und erreichte einen Höchststand von 143,4 im September 2022. Es folgte ein allmählicher Rückgang auf 136 im Februar 2023, von wo aus sich die Gewinnerwartungen bis auf den jüngsten Wert von 140,6 erholt haben.

Europäische Unternehmen haben noch mehr Widerstandsfähigkeit bewiesen. In einem früheren Stadium der Berichtssaison sind die Unternehmen im Stoxx Europe 600 derzeit auf dem besten Weg, ihre Gewinne im ersten Quartal um +8,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu steigern. Im zweiten Quartal sieht es vielleicht nicht ganz so rosig aus, aber die beeindruckende Leistung kann sich sehen lassen.

5. Apropos Gewinnsaison: Die Erwähnungen von „KI“ und „Reshoring/Onshoring“ sind so hoch wie nie zuvor.

Der Hype ist real. Künstliche Intelligenz (KI) wurde in diesem Quartal weit über tausend Mal in den Gewinnkonferenzen erwähnt. Die Begriffe „Reshoring/Onshoring“ wurden sogar häufiger genannt als während des US-chinesischen Handelskriegs.

Da das Kapital knapper wird, hat es bedeutende Auswirkungen für Investoren, wie politische Entscheidungsträger und Unternehmen ihre Ausgaben tätigen. Die COVID-19-Lockdowns und die Geopolitik haben die Verwundbarkeit offenbart, die entstehen kann, wenn globale Lieferketten zu stark miteinander verflochten sind und voneinander abhängig werden – eine Begleiterscheinung jahrzehntelanger Globalisierung. Gleichzeitig dürfte sich der rasante technologische Fortschritt der letzten zehn Jahre fortsetzen und die Art und Weise verändern, wie wir arbeiten und leben.

Die Konzentration auf „Übergangsinvestitionen“ kann bei einem Konjunkturumschwung für relative Stabilität sorgen, zumal dabei Investitionen in die gesamte Lieferkette erforderlich sind – von den Spitzenreitern der Innovation bis hin zu den Wegbereitern, die entscheidende Materialien liefern.

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JPMS ist ein eingetragenes ausländisches Unternehmen (Übersee) (ARBN 109293610) mit Geschäftssitz in Delaware, USA. Gemäß den Lizenzanforderungen für australische Finanzdienstleistungen erfordert die Ausübung eines Finanzdienstleistungsgeschäfts in Australien einen Finanzdienstleister wie J.P. Morgan Securities LLC (JPMS), um eine australische Lizenz für Finanzdienstleistungen (AFSL) zu halten, sofern keine Ausnahme gilt. JPMS ist von der Anforderung einer AFSL gemäß dem Corporations Act von 2001 (Cth) (Act) für die Ihnen erbrachten Finanzdienstleistungen befreit und wird nach US-amerikanischem Recht, das vom australischen Recht abweicht, von der SEC, der FINRA und der CFTC reguliert. Das von JPMS in Australien zur Verfügung gestellte Material ist ausschließlich für „Wholesale-Kunden“ bestimmt. Die in diesen Unterlagen enthaltenen Informationen sind nicht für einen anderen Kreis von Personen in Australien bestimmt und dürfen weder direkt noch indirekt weitergeleitet werden. Für die Zwecke dieses Absatzes hat der Begriff „Wholesale-Kunde“ die in Abschnitt 761G des Acts angegebene Bedeutung. Bitte informieren Sie uns umgehend, wenn Sie gegenwärtig oder zu einem zukünftigen Zeitpunkt kein Wholesale-Kunde mehr sind.

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