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Themen an der Wall Street: Fünf Dinge, die wir von Führungskräften erfahren haben

Die Unternehmen signalisieren eine positive Entwicklung in der Zukunft und trotzen den Herausforderungen:

  • Welche Rezession? Die großen „Sorgen“ sind verblasst
  • Wenn's ums Geld geht: Aktionäre werden noch stärker belohnt
  • Rückkehr der Investitionsausgaben: Die Unternehmen haben große Ausgabenpläne
  • Aufgepasst: Nicht alle entwickeln sich gleich gut
  • Warum all das wichtig ist: Die Gewinne bestimmen die langfristigen Renditen

Welche Rezession? Die großen „Sorgen“ sind verblasst

Die Berichtssaison der Unternehmen fällt deutlich besser aus als erwartet. Nachdem die Wall Street noch vor wenigen Wochen nur ein dürftiges Gewinnwachstum prognostizierte, gehen die Analysten inzwischen davon aus, dass die Unternehmen im S&P 500 ihre Gewinne im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 5% steigern werden. Im Euro Stoxx 50 zeichnet sich im ersten Quartal derweil ein Gewinnrückgang von etwa 8% ab, welcher jedoch weit hinter den Einbußen von mehr als 10% zurückbleibt, die zu Beginn der Saison erwartet wurden.

Dies stellt das dritte Wachstumsquartal in Folge dar und lässt die Sorgen der Vorjahre in den Hintergrund treten. Europa dürfte damit das letzte Quartal mit negativem Gewinnwachstum verzeichnen. Im Gesamtjahr 2024 wird mit einem Gewinnanstieg von 10% für den S&P 500 und 3% in Europa gerechnet.

Gleichzeitig scheint der makroökonomische Gegenwind in den Führungsetagen immer weniger Besorgnis hervorzurufen. Noch im Jahr 2022 verwiesen etwa 90% der Unternehmen im S&P 500 in ihren Earnings Calls auf die „Inflation“. In dieser Saison wurde das Thema von etwas mehr als der Hälfte erwähnt. Da diese Problematik an Bedeutung verliert, konzentrieren sich die Unternehmen nun auch wieder auf Wachstum und Innovation: Die Erwähnungen von „KI“ und „maschinellem Lernen“ sind von etwa 15% der Firmen auf 40% angestiegen. Dies spricht sowohl für ein besseres makroökonomisches Umfeld als auch für einen wachsenden Glauben an die Kraft transformativer Technologien.

Und noch etwas: Alle Sektoren des S&P 500 übertreffen in diesem Quartal die Gewinnprognosen der Wall Street. Der Technologiesektor ist aus gutem Grund nach wie vor die wichtigste Triebfeder dieser Dynamik, jedoch sind die erfreulichen Zahlen in der laufenden Berichtssaison breiter verteilt. Bis 2025 dürfte sich die „Aufholjagd“ der anderen Unternehmen fortsetzen. Bei den sogenannten „Magnificent 7“ und den „übrigen 493“ anderen Unternehmen im S&P 500 wird für das kommende Jahr ein Gewinnwachstum im zweistelligen Bereich erwartet.

Wenn's ums Geld geht: Aktionäre werden noch stärker belohnt

Die Unternehmen sind also guter Dinge und dementsprechend in Kauflaune. Firmen können ihre zusätzliche Liquidität auf verschiedene Weise einsetzen: Sie können Schulden abbauen, strategische Investitionen verfolgen (sowohl innerhalb als auch außerhalb ihres Unternehmens) oder das Geld wieder an die Aktionärinnen und Aktionäre fließen lassen.

Gerade der letzte Punkt war ein verstecktes Juwel dieser Berichtssaison. In diesem Quartal kaufen mehr Unternehmen ihre Aktien zurück, und zwar in einem schnelleren Rhythmus. Dadurch wird der „Gewinnkuchen“ in weniger Stücke aufgeteilt, sodass die bestehenden Anleger mehr davon haben. Auch hier führen die großen Technologieunternehmen das Feld an: Der von Apple letzte Woche angekündigte Aktienrückkauf in Höhe von 110 Mrd. US-Dollar war das größte derartige Programm eines US-Unternehmens aller Zeiten. Zum Vergleich: Wäre dieser Rückkauf ein eigenes Unternehmen, würde er die Marktkapitalisierung von etwa 420 Aktien im S&P 500 übersteigen.

Es ist aber nicht nur der Technologiesektor. Nach Angaben unserer Investment Bank haben die Unternehmen des S&P 500 seit Jahresbeginn insgesamt Rückkäufe von über 350 Mrd. US-Dollar angekündigt. Einige wichtige Stimmen an der Wall Street glauben, dass diese Zahl bis Ende 2024 auf über 900 Mrd. US-Dollar ansteigen könnte, ein Plus von mehr als 10% gegenüber 2023. Der Trend zu vermehrten Rückkäufen ist zudem insbesondere bei japanischen und europäischen Unternehmen zu beobachten – vor allem bei den Banken, die in Europa über hohe Barmittel verfügen.

Zugleich werden die Gewinne auch auf naheliegendere Weise an die Aktionäre zurückgeführt. Meta und Alphabet haben in diesem Jahr erstmals Dividenden angekündigt, sodass fünf der „Glorreichen Sieben“ nun eine Dividende ausschütten..

Rückkehr der Investitionsausgaben: Mehr Unternehmen mit großen Ausgabenplänen

Apropos Ausgaben: Immer mehr Firmen erhöhen ihre Investitionen. Die Reinvestition in das eigene Unternehmen soll dazu beitragen, das zukünftige Gewinnpotenzial zu steigern.

Bisher verzeichnen die Investitionsausgaben im S&P 500 im ersten Quartal ein Plus von über 7% zum Vorjahr, nach knapp über 4% im vierten Quartal. Die hohen KI-Investitionen der großen Technologiekonzerne gehörten zu den wichtigsten Treibern dieser Entwicklung. Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta werden in den nächsten zwölf Monaten voraussichtlich rund 200 Mrd. US-Dollar für Investitionen ausgeben.

Aber auch hier ziehen andere Unternehmen nach. Laut CEO-Umfrage des Business Roundtable erwarten fast 40% der CEOs in den nächsten sechs Monaten höhere Investitionsausgaben – das ist der höchste Wert seit dem vierten Quartal 2022 und ein deutlicher Anstieg gegenüber 32% im letzten Dreimonatszeitraum. Die noch bessere Nachricht: Optimistische Erwartungen schlagen sich häufig auch in realen Ausgaben nieder.

Aufgepasst: Nicht alle entwickeln sich gleich gut

Obwohl das robuste Gewinnwachstum im ersten Quartal ein breiteres Spektrum an Unternehmen erfasst, weisen die Ergebnisse nach wie vor eine große Streuung auf.

Acht von elf Sektoren im S&P 500 verzeichnen Gewinnzuwächse, doch die Wachstumsspanne reicht von über 35% im Versorgungssektor bis hin zu lediglich 3,5% bei nichtzyklischen Konsumgütern. Im Gesundheitswesen, in der Energiebranche und im Grundstoffsektor gehen die Gewinne unterdessen zurück.

Blickt man eine Ebene tiefer, stellt man fest, dass die Streuung auch innerhalb der Sektoren und nicht nur zwischen ihnen zu beobachten ist. Im Gesundheitswesen beispielsweise überschattete ein Gewinneinbruch bei Bristol Myers die gute Entwicklung anderer Branchenunternehmen: GLP-1-Giganten wie Eli Lilly und Versicherungsgesellschaften wie UnitedHealth legten starke Ergebnisse vor. Auch im Energiesektor mag es zahlreiche Schwachstellen geben, jedoch haben Ausrüstungs- und Dienstleistungsunternehmen wie Schlumberger und Baker Hughes ein Gewinnwachstum im zweistelligen Bereich erzielt.

Das ist eine potenzielle Alpha-Chance.

Warum all das wichtig ist: Die Gewinne bestimmen die langfristigen Renditen

Der S&P 500 hat seit Jahresbeginn um fast 10% zugelegt, und das Erfolgsrezept waren die Gewinne. Dies unterscheidet sich deutlich von seinem bewertungsbedingten Anstieg des letzten Jahres. Mit anderen Worten: Es ist nicht mehr die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, welche die Aktienkurse in die Höhe treibt, sondern eine echte, grundlegende Stärke.

Auf lange Sicht ist das von großer Bedeutung: Die Gewinne haben sich als wichtigster Treiber der Renditen erwiesen. Seit 2020 haben die Gewinne fast 70% zur Gesamtrendite des S&P 500 von 73% beigetragen (der Bewertungsanstieg dagegen weniger als 15%). In Europa haben die Unternehmensgewinne einen ähnlichen Beitrag geleistet – einschließlich der Dividenden ergab sich dadurch im gleichen Zeitraum eine Rendite von fast 60% für den Euro Stoxx 50, obwohl die Bewertungen sogar rückläufig waren.

 

Fazit: Die Berichtssaison war ein Lackmustest dafür, wo wir stehen. Nach den bisherigen Erkenntnissen stehen die Zeichen auf Zuversicht. Die Schlagzeilen sind mitunter schwer einzuschätzen, hinzu kommt das tägliche Für und Wider im Hinblick auf Wachstum und Inflation – ganz zu schweigen vom datenabhängigen Kurs der Zentralbanken. Die Widerstandsfähigkeit angesichts dieser Herausforderungen ist jedoch bemerkenswert. Das bringt weitere Chancen mit sich.

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Während sich die Berichtssaison ihrem Ende zuneigt, haben wir Folgendes in Erfahrung gebracht.

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Während unsere intern verwalteten Strategien in der Regel mit unserer vorausschauenden Anlagepolitik in Einklang stehen und wir sowohl mit den Anlageverfahren als auch mit der Risiko- und Compliancepolitik des Unternehmens vertraut sind, weisen wir darauf hin, dass J.P. Morgan bei einer Einbindung von intern verwalteten Anlagestrategien insgesamt mehr Gebühren erhält. Wir bieten die Möglichkeit, von J.P. Morgan verwaltete Anlagestrategien in bestimmten Portfolios auszuschließen (mit Ausnahme der Geldmarkt- und Liquiditätsprodukte).

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