Besteht die Möglichkeit, die Benchmarks zu übertreffen, wenn Unternehmen sich auf digitale Transformation, Innovation im Gesundheitswesen und Nachhaltigkeit konzentrieren?

Besteht die Möglichkeit, die Benchmarks zu übertreffen, wenn Unternehmen sich auf digitale Transformation, Innovation im Gesundheitswesen und Nachhaltigkeit konzentrieren?

Marktanalysten sind sich im Allgemeinen einig: Die drei großen globalen Megatrends – digitale Transformation, Innovation im Gesundheitswesen und Nachhaltigkeit – bewirken bei denjenigen Unternehmen hohe Wachstumsraten, die diese Entwicklungen erfolgreich nutzen.

Einige Unternehmen werden diesen Erwartungen an das Gewinnwachstum bereits gerecht. Wir gehen jedoch noch einen Schritt weiter: Wir glauben, dass die Profiteure der Megatrends nicht nur weiterhin ihre langsamer wachsende Konkurrenz in den Schatten stellen werden, sondern dass sie auch die aktuellen Konsensprognosen übertreffen könnten.

Generell sind wir der Ansicht, dass die derzeitigen Gewinnprognosen noch nicht das zusätzliche Aufwärtspotenzial erfassen, das sich unseres Erachtens aus diesen neuen Anlagechancen ergeben dürfte, wenn neue Einnahmequellen vom Konzept zur Wirklichkeit werden.

Insbesondere sind wir der Meinung, dass die Anleger folgende Bereiche unterschätzen:

  • Technologie – das Ertragspotenzial der neuen Einnahmequellen, die mit 5G und künstlicher Intelligenz (KI) einhergehen. Wir sehen bereits, dass COVID-19 die Akzeptanz von Schlüsseltechnologien wie Cloud Computing und somit auch Cloud-Sicherheit und KI beschleunigt. Zurzeit wird für den Nasdaq Computer Index von 2019–2022 ein Gewinnwachstum von ca. 10% prognostiziert. Wir kommen jedoch zu dem Schluss, dass weder das Umsatzpotenzial der 5G-Technologie von 700 Mrd. USD noch das 16 Bio. USD schwere Potenzial von KI, das sich vermutlich in den nächsten fünf Jahren herauskristallisieren wird, in die Aktienbewertungen eingepreist ist – zumindest noch nicht.
  • Gesundheitswesen – das Zusammenspiel von Daten und genbasierten Technologien sowie die zuletzt intensivierte Forschung und Entwicklung in der Biotechnologie könnte eine schnellere Zulassung neuer Moleküle ermöglichen und dadurch zur Steigerung des Gewinnwachstums beitragen. Innovationen im Gesundheitswesen sind nichts Neues, ihr aktuelles Tempo hingegen schon. Wir gehen davon aus, dass die raschere Genehmigung neuer Therapien in den nächsten fünf Jahren zusätzliche Umsatzerlöse von 255 Mrd. USD bis 2024 mit sich bringen könnte. Wenn die Hälfte davon auf Biotech-Unternehmen entfällt, könnten sich die Einnahmen im Nasdaq Biotech gegenüber dem jetzigen Niveau fast verdoppeln. Während die Konsensprognosen also ein Gewinnwachstum von 27% im Gesundheitswesen vorsehen, erwarten wir eine noch höhere Wachstumsrate, da die Analysten das volle Potenzial der zukünftigen Umsätze in der Regel erst erkennen, wenn sie Realität sind.
  • Nachhaltigkeit – der zügige Übergang zu nachhaltigen Volkswirtschaften, der zunehmend von günstigen Wirtschaftsfaktoren diktiert wird. Die Gewinne aus sauberer Energie werden von 2019–2022 voraussichtlich um 17% steigen. Ähnlich wie in den Bereichen digitale Transformation und KI steht die Neuausrichtung auf nachhaltige Anlagen aber noch ganz am Anfang. Obwohl das enorme Chancenpotenzial ausgiebig diskutiert wurde, zeigt der Rückblick auf frühere Prognosen, dass sowohl der Kapazitätsaufbau als auch die Generierung immer wieder unterschätzt wurden.   

Wir haben festgestellt, dass das erwartete Gewinnwachstum eines Sektors der wichtigste Faktor für die Outperformance gegenüber der Benchmark ist. Trotz Bewertungsschwankungen und Gewinnkorrekturen waren es die Sektoren und Aktien mit höheren prognostizierten Wachstumsraten, die in den letzten zwanzig Jahren eine Outperformance erzielten.

Zum Beispiel haben Technologie und Biotechnologie (die Sektoren im S&P 500, die für einen Großteil der Innovationen verantwortlich sind und ein überdurchschnittlich hohes Gewinnwachstum erzielten) den SPX seit 2001 kumulativ um 103% bzw. 357% übertroffen.1

Technologie und Biotechnologie haben in den letzten zwei Jahrzehnten kumulativ (wenn auch nicht immer konstant) eine Outperformance erzielt

Quelle: Bloomberg Finance L.P., FactSet, Stand: 1.5.2020.
Definitionen der Indizes: SPX: S&P 500 Index; Tech: S&P 500 Information Technology Sector Index; Biotech: S&P 500 Biotechnology Industry Index. 
Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Direkte Anlagen in einen Index sind nicht möglich.

 

Das Balkendiagramm vergleicht die durchschnittliche jährliche Wertentwicklung von SPX, Technologie und Biotechnologie über verschiedene Zeiträume in den letzten zwei Jahrzehnten. Die Grafik zeigt, dass Technologie und Biotechnologie in den letzten zwanzig Jahren kumulativ besser abgeschnitten haben als der SPX, auch wenn sie nicht in jedem Zeitrahmen eine Outperformance erzielten.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist offenbar die Frage, welchen Preis die Anleger (als Vielfaches) für das erwartete Gewinnwachstum zu zahlen bereit sind. Wenn diese Bereitschaft schwankt, kann die Wertentwicklung geschmälert werden. Der wichtigste Faktor für die Outperformance war jedoch eine hohe Ausgangsbasis der Gewinne. Es lohnt sich also, auf die Sektoren, Teilsektoren und Unternehmen mit hohen Wachstumsraten zu achten. Wir stellen fest: Das Gewinnwachstum der Indizes für Technologie, Biotechnologie und saubere Energie wird sich voraussichtlich auf zweistelligem Niveau bewegen und damit deutlich über dem S&P 500 liegen. Siehe unten.

Hohe Erwartungen an Technologie, Biotechnologie und saubere Energie

Quelle: Bloomberg Finance L.P., FactSet, Stand: 1.5.2020. Global Clean Energy laut iShares Global Clean Energy ETF. Bitte beachten Sie, dass wir die durchschnittliche CAGR von 2019–2022 ohne Aktien mit einem negativen GjA verwendet haben, bzw. den ansonsten verfügbaren GjA für globale saubere Energie.
Definition der Indizes: SPX: S&P 500 Index; Nasdaq Computer: NASDAQ Computer Index; Globale saubere Energie: iShares Global Clean Energy ETF; Nasdaq Biotech: NASDAQ Biotechnology Index. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Direkte Anlagen in einen Index sind nicht möglich.
Das Balkendiagramm zeigt die CAGR des GjA von 2019–2022 für SPX, Nasdaq Computer, Global Clean Energy und Nasdaq Biotech. Der SPX weist in diesem Zeitraum die niedrigste CAGR des GjA auf, was zeigt, dass hohe Gewinnerwartungen an Technologie, Biotechnologie und saubere Energie gestellt werden.

Wie können wir angesichts unserer hohen Performance-Erwartungen Anlagen identifizieren, die von den Megatrends profitieren könnten? Wir sehen drei Ansatzpunkte:

  1. Sektor – Identifikation neuer Trends in jedem Sektor, der voraussichtlich ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum verzeichnen wird
  2. Unternehmen – Analyse der Fundamentaldaten und Wachstumsfaktoren, um die Unternehmen auszuwählen, die wahrscheinlich positiv überraschen werden
  3. Private Anlagechancen – Investition in weitgehend unentdeckte Privatunternehmen, bevor sie an die Börse gehen und allgemein anerkannt sind.

Es wird viel Research, Analysen und Monitoring erfordern, um den Überblick über die globalen Megatrends zu behalten und die richtigen Unternehmen zu finden. Sie sind herzlich eingeladen, sich mit Ihrem Team bei J.P. Morgan in Verbindung zu setzen und mehr über unsere neuesten Erkenntnisse zu den Anlagechancen und darüber zu erfahren, wie eine Investition in die Megatrends Ihren Vermögensplan insgesamt ergänzen könnte.


Zudem empfehlen wir einen näheren Blick auf unsere Schlussfolgerungen. Unseren ausführlichen Bericht über die Outperformance der von den Megatrends begünstigten Sektoren finden Sie hier.

1 Ab 2001–2005 blieb die durchschnittliche jährliche Wertentwicklung des Technologiesektors hinter dem SPX zurück. Dennoch entwickelt sich die Tech-Branche seit 2006 konstant überdurchschnittlich. Vor allem seit 2016 hat sie ihre Outperformance erheblich gesteigert. Die Erfolgsbilanz des Sektors Biotechnologie ist dagegen uneinheitlicher. Im Durchschnitt erzielte der Bereich zwar eine Outperformance, jedoch größtenteils von 2011 bis 2015. Seit 2016 sind die durchschnittlichen Erträge eher blass.