Derzeit wird an der Entwicklung von Alternativen zum LIBOR und anderen Zinssätzen am Interbankenmarkt gearbeitet.

Der LIBOR ist ein weit verbreiteter Referenzzinssatz, auf dem seit mehr als dreißig Jahren Finanzprodukte aus aller Welt basieren. Nun soll er bis Ende 2021 abgelöst werden.

Die Zentralbanken und verschiedene Branchenvertreter aus aller Welt, darunter auch J.P. Morgan, arbeiten derzeit gemeinsam daran, alternative Zinssätze zu finden. Hierbei richten sie sich nach den Grundsätzen der International Organization of Securities Commissions (IOSCO), einer Organisation, die weltweit Standards für die Wertpapieraufsicht festlegt.

J.P. Morgan wird Sie über wichtige Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Der LIBOR (London Interbank Offered Rate) wird unter anderem zur Berechnung von Zinssätzen für bestimmte Produkte herangezogen, die Unternehmen ihren Kunden anbieten. Er beruht auf den täglichen Quotierungen einer ausgewählten Gruppe von Banken in London, aus denen hervorgeht, welche Kosten für die Aufnahme eines unbesicherten Kredits mit bestimmten Laufzeiten – beispielsweise über Nacht, für einen Monat, drei Monate, sechs Monate und ein Jahr – anfallen würden.

Der LIBOR wird als „bedeutendste Finanzkennzahl der Welt“ bezeichnet, weil er der bislang am häufigsten genutzte Referenzwert unter den am Interbankenmarkt angebotenen Zinssätzen (Interbank Offered Rates, ibors) ist. Er dient als Grundlage für ein breites Produktspektrum – angefangen bei Verträgen mit Verbrauchern bis hin zu USD-Zinsderivaten im Umfang von 190 Billionen USD1.

Insgesamt müssen Vermögenswerte mit einem Volumen von 400 Billionen USD in verschiedensten Währungen2, wie dem britischen Pfund, dem japanischen Yen, dem Schweizer Franken, dem Euro und dem US-Dollar, vom LIBOR auf alternative Zinssätze umgestellt werden.

Da die Banken in den letzten Jahren weniger kurzfristige, unbesicherte Kredite aufgenommen haben, ist der Markt, der mit dem LIBOR gemessen werden soll, nicht mehr so aktiv. Vor diesem Hintergrund hat die Financial Conduct Authority (FCA), die britische Finanzaufsichtsbehörde, die mit der Überwachung des LIBOR betraut ist, verlauten lassen, dass sie die Banken nach 2021 nicht mehr zur täglichen Quotierung verpflichten wird.

Die internationalen Bemühungen zur Reform des Referenzzinssatzes und zur Abkehr vom LIBOR werden vom Finanzstabilitätsrat (Financial Stability Board, FSB) koordiniert. Das ist ein internationales Gremium, welches das weltweite Finanzsystem überwacht und diesbezügliche Empfehlungen ausspricht. In den Mitgliedsländern des Finanzstabilitätsrats, unter anderem in den USA, Japan und der Europäischen Union, gibt es nationale Arbeitsgruppen.

J.P. Morgan tätigt Geschäfte mit Kunden in mehr als 100 verschiedenen Ländern. Wir haben uns von Anfang an bei den weltweiten Bemühungen zur Ablösung des LIBOR eingebracht und sind sowohl über die Reformbestrebungen in verschiedenen Regionen als auch über potenzielle Auswirkungen auf die Weltmärkte informiert.

Was diese Umstellung für Sie bedeuten könnte, hängt davon ab, welche Art von Anlagen oder Kreditprodukten Sie halten. Sobald uns neue Informationen vorliegen, werden wir diese an Sie weitergeben. Ihr J.P. Morgan-Team steht auch gern zur Verfügung, um etwaige Fragen Ihrerseits zu beantworten.

Verschiedene Länder haben begonnen, einige der als Ersatz für den LIBOR und die Angebotszinssätze am Interbankenmarkt vorgeschlagenen Referenzwerte zu verwenden.

1 „Leaving LIBOR: A Landmark Transition“, J.P. Morgan, Januar 2019, https://www.jpmorgan.com/global/markets/libor-sofr.

2 „Beyond LIBOR: A primer on the new benchmark rates“, BIS, März 2019, https://www.bis.org/publ/qtrpdf/r_qt1903e.htm.